Der dunkle Fürst

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026 um 10:27

Auf dunkle Art nicht unattraktiv: der éloquence 150i glänzt mit reduziertem Desing und ultra-solider Verarbeitung.

Links: Der Firmenname ist vornehm eingraviert statt nur aufgedruckt. Rechts: Endlich darf man mal die Eingänge benennen, wie man will.

Links: von hinten ist der Doppel-Mono-Aufbau gut zu erkennen. Rechts: Nice touch - Perreaux' Impuls-Logo ist in den Deckel eingraviert.

Links: Für den Shootout musste ich die Amps stapeln, nicht ideal. Rechts: Schon besser - Perreaux solo auf Creaktiv-Plattform und Ikea Lack

Links: Du kriegst von Perreaux gleich zwei Fernbedienungen - leider sind beide ein Debakel. Wie es besser geht, zeigt Audio Analogue aus Italien, ihre FB funktioniert seit 15 Jahren tadellos. Rechts: Perreaux meint es ernst mit Bauqualität. (Quelle: Homepage)

 

Der dunkle Fürst 

 

Zu manchen Dingen kommt man wie die Jungfrau zum Kind. Den Amp, mit dem ich mittlerweile seit elf Jahren höre, kannte ich nur aus ein paar einschlägigen Gazetten, gesehen oder gar gehört hatte ich ihn vorher noch nie. Die Marke war in Europa kaum bekannt, doch 2015 gab es tatsächlich einen Deutschlandvertrieb (da ihr fragt: Genuin Audio aus Cottbus) – aber nur für kurze Zeit, danach wieder lange nicht. Händler waren dünn gesät. Eines Tages im Sommer 2015 sah ich unverhofft einen dieser Exoten im Angebot bei Knopf HiFi in Düsseldorf und beschloss spontan, ihn zum Test mitzunehmen. Der Rest ist persönliche Audiogeschichte.

 

Bei dem fraglichen Amp handelt es sich um den Perreaux éloquence 150i, das kleinere der beiden Modelle aus der Premium-Reihe der Firma. Auch heute gehören die Geräte der Marke immer noch zu den Exoten bei uns, obwohl es gerade mal wieder einen Vertrieb für Deutschland gibt (da ihr erneut fragt: ACM-Audio in Mönchengladbach, also gleich um die Ecke von der Heimat eines berühmten Musik- und Audio-Bloggers).

 

Perreaux baut in Neuseeland seit 1974 Verstärker. Man startete mit Hi-Fi-Elektronik, entwickelte bald aber auch leistungsstarke Verstärker und Beschallungssysteme für den professionellen Einsatz. Seit den späten 1970er Jahren setzte die Firma dabei auf sogenannte MOSFETs (Metal-Oxide-Semiconductor Field-Effect Transistor) in den Ausgangsstufen der Verstärker und gehört damit wohl tatsächlich zu den Pionieren dieser Technik im Hi-Fi-Bereich. Anders als herkömmliche bipolare Transistoren (BJTs – Bipolar Junction Transistors) werden MOSFETs durch eine Spannung statt durch einen Steuerstrom angesteuert. Das soll Vorteile bei der Ansteuerung bieten und die thermische Stabilisierung erleichtern. Aber nicht alle Entwickler arbeiten mit MOSFETs. Vermutlich kann man auch gute Gründe für den Einsatz von BJTs formulieren, schließlich vertrauen die meisten Entwickler diesem Transistortyp. Wie auch immer – unter Kennern gelten MOSFET-Verstärker als besonders geschmeidig und bisweilen röhrenähnlich. Aufgrund meiner Erfahrung könnte da sogar etwas dran sein, soviel vorweg.

 

Lange Jahre baute Perreaux in erster Linie getrennte Vor- und Endverstärker, aber seit den 2000ern bietet man ambitionierte integrierte Lösungen an. Die Amps der éloquence-Reihe (150i und 250i) hatten einen genuin audiophilen Anspruch, man wollte Klang und Leistung einer hochwertigen Vor-/End-Kombi in einem kompakten Gehäuse anbieten. Lasst mich dazu direkt (aber gekürzt) aus der Produktinfo von Perreaux selbst zitieren:

„Die éloquence-Vollverstärker vereinen alle typischen Merkmale der Perreaux-Entwicklungsphilosophie: hohe Leistung, souveräne Kontrolle der Lautsprecher, MOSFET-Endstufen, geringe Verzerrungen und eine solide Verarbeitung…

… Niederohmige Netzteile, MOSFET-Endstufen und Signalstufen in Class-A-Technik sorgen dafür, dass die éloquence-Vollverstärker dynamisch, durchsetzungsstark und souverän zu Werke gehen.

Die mühelose Leistungsentfaltung sowie die äußerst geringen Verzerrungs- und Rauschwerte ermöglichen eine natürliche, klare und offene Wiedergabe mit großzügiger räumlicher Darstellung, nahtloser Tiefenstaffelung und präziser Ortung, wie man sie von Verstärkern der High-End-Klasse erwartet.“

 

Die Marketingleute von Perreaux haben sich mächtig ins Zeug gelegt, gut so! Freunde ihrer Prosa werden großzügig bedient. Aber checken wir die Claims einmal ab:

 

Also, souveräne Kontrolle der Lautsprecher kann ich bestätigen, ebenso solide Verarbeitung – der Amp ist kleiner als mein Copland (wir berichteten), wiegt aber fünfzig Prozent mehr. Mit der zwei Zentimeter dicken Frontplatte könnte man jemanden ernsthaft verletzen, und wenn man den Amp einschaltet, gibt es ein kleines Konzert von satt klackenden Relais. Zwei Reihen ernstzunehmender Kühlrippen flankieren den Amp und sorgen dafür, dass die Ausgangstransistoren nicht zu sehr ins Schwitzen geraten, selbst wenn sie die Nennleistung von 150 W an 8 Ω bzw. 300 W an 4 Ω abgeben müssen.

 

Die geringen Verzerrungen werden nicht nur behauptet, sondern sogar belegt, kein Scherz: Meinem Amp liegt ein Messprotokoll bei, das harmonische Verzerrung, Frequenzgang und Spektralanalyse zeigt. Natürlich alles unter Laborbedingungen und nicht im Hörraum, trotzdem weckt das Protokoll Vertrauen: hier wurde anscheinend seriöses Engineering betrieben. Da klirrt und verzerrt nichts, außer dem Gesicht des Käufers, wenn man bezahlt. Sehr cool.

 

Zu den klanglichen Eigenschaften komme ich später, erst noch ein Wort zur Haptik. Die Oberflächengüte der Frontplatte ist wirklich erste Sahne. Die Platte selbst wirkt aus dem Vollen gefräst, ist schwarz eloxiert (in meinem Fall, den Amp gibt es auch in Silber) und dann aufgeraut (sandgestrahlt?). Das Ergebnis ist ein nachtschwarzes, mattes Finish, das kaum Licht reflektiert. Wenn man das Display ausschaltet, wozu ich aus optischen Gründen stark raten würde, erhält man den perfekten Amp für Darth Vader: Eine Art visuelles schwarzes Loch auf dem Hifi-Rack, das eine wortlose Autorität ausstrahlt, die sich übrigens auch im Klang wiederfindet, siehe unten. Der Firmenname ist nicht bloß aufgedruckt, kann ja jeder, sondern vorne links mehrere Millimeter tief in die Frontplatte eingraviert. Darunter liegt der satt einrastende Netzschalter. In der Mitte findet sich ein satter Regler, der die Lautstärke in 0,5-dB-Schritten erhöht oder absenkt, das ist so fein, dass jede(r) damit den perfekten Pegel finden sollte. Der Regler hat noch eine zweite Funktion – drückt man ihn, dann wirkt er auch als Bestätigung für Änderungen im Bedienungsmenü. Rechts neben dem Regler schließlich findet man ein kleines Display, den Empfänger für die Signale der FB und unter dem Display fünf kleine Drucktasten für die Navigation durchs Menü.

 

Damit kann man durchaus etwas anfangen. Der Amp gewährt nämlich den Spielkindern unter uns einige Freiheiten für Faxen: man kann Eingänge auspegeln, um Lautstärkersprünge beim Quellenwechsel zu vermeiden, man kann die Lautstärke beim Einschalten voreinstellen, aber noch viel besser: endlich kann man den Quellen vernünftige Namen geben wie Moff Tarkin, S04, Coltrane oder was auch immer.

 

Auf der Rückseite fällt einem zunächst die Doppelmono-Architektur auf: alle Eingänge und die Speakerterminals sind spiegelbildlich angeordnet, da muss man beim Verkabeln aufpassen, am besten macht man es von hinten. Es gibt sechs Eingänge, fünfmal Cinch und einmal symmetrisch, dazu einen Pre-Out, eine Tape-Schleife, einen Vorstufen-Eingang, um den Amp als Endstufe zu nutzen und eine RS232-Schnittstelle. In der Mitte findet man die Kaltgerätebuchse für Netzkabel und direkt darüber eine Masseklemme. Das hat praktische Bedeutung, weil es den Einsatz mancher Boutique-Stromkabel unterbindet: wirklich ausladende Kaltgerätestecker passen schlicht nicht in die Buchse. Hardcore-User müssen mit ihrem Nordost Odin dann halt den CD-Player oder Wasserkocher verkabeln und für den Perreaux Stangenware benutzen.

 

Während die Anfassqualität des Amps ein Genuss ist, sind die Fernbedienungen eine derartige Zumutung, dass man sich fragt, welcher Teufel Perreaux damals geritten haben mag. Ihr habt übrigens richtig gelesen: es sind zwei Fernbedienungen, und beide sind so schlecht, dass man mit einer guten – mehr habe ich noch nie gebraucht – besser gefahren wäre. Die größere von ihnen, unhandlich, aber besser funktionierend, ist vermutlich unter der Last ihres opulenten Arsenals von Knöpfchen zusammengebrochen und quittierte nach zwei oder drei Jahren gelegentlicher Nutzung ihren Dienst. Die kleinere, im Scheckkartenformat, hat einen so schmalen Abstrahlwinkel, dass man quasi direkt vor dem Amp sitzen muss. Ihre Tasten haben einen schwammigen Druckpunkt und das Gehäuse wird inzwischen nur noch von einem eleganten Querstreifen aus Malerkrepp zusammengehalten. Zum Glück bedient man den Amp eh lieber am Gerät selbst, dessen hochwertiges Finish für die Entsagungen bei der Fernbedienbarkeit entlohnt.

 

Genug gelabert, Zeit für einen Soundcheck. Da ich ja ein echter Nerd bin und es nicht lassen kann, habe ich am Anfang noch einmal* den éloquence 150i und den CSA 70 direkt gegeneinander antreten lassen, einen Pegelabgleich hatte ich gemacht. Als Quelle diente mein geliebter Clearaudio Al Di Meola, dessen Signale die Amps via Sutherlands PH3P Phono-Pre erreichten. Speaker waren dieses Mal meine Belladonnen. Da ich auf meinem von der Audiopolizei ungenehmigten IKEA Lack nicht unbegrenzt Platz habe, residierte der kleinere Perreaux für diesen ersten Check auf dem größeren Copland.

 

Bevor jetzt einige Haarspalter anmahnen, dass in dieser Konfiguration – ein Amp steht auf dem anderen – sowieso kein vernünftiger Vergleich möglich ist, weil der obere Verstärker durch den ungünstigeren Stellplatz benachteiligt ist: Chillt mal, Leute. Kann ja sein, aber erstens muss ich hier nicht den Anforderungen eines Double-Blind-Tests genügen, zweitens würde ich nicht darauf wetten, dass die Aufstellung allein ein Ergebnis so drastisch verfälschen kann, dass das eigentlich schlechtere Gerät am Ende die Nase vorn hat. Mit anderen Worten: ich halte das Verstärkerdesign für den entscheidenden Faktor, nicht den Aufstellungsort, jedenfalls solange keine Röhren im Spiel sind. Und siehe da: Im Shootout klangen dann auch beide Amps gut. So gut, dass man, oder ich, damit ein Leben lang zufrieden Musik hören könnte. Dennoch gibt es Unterschiede – nicht drastisch, aber hörbar.

 

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Das erste Stück war Talkin’ About von Tina Brooks’ The Waiting Game, die hatte ich seit meiner Besprechung noch nicht weggeräumt. Hard Bop auf Blue Note aus den 1960ern klingt eigentlich nie schlecht, und machte auch hier über beide Amps Spaß. Was allerdings beim Perreaux auffiel, war seine wirklich griffige Räumlichkeit. Instrumente wirkten derart plastisch, als wären sie aus der Luft herausmodelliert. Räumlichkeit ist auch eine Stärke des Copland, allerdings hat man bei ihm eher das Gefühl einer kathedralenartigen Klangbühne, weniger einer körperlichen Präsenz im Raum. Was die klangliche Ausrichtung anging, gab sich der Perreaux in der Tendenz milder, runder, aber nicht gedeckt. Der Copland dagegen zeigte einen minimalen Silberglanz im Hochton, präsentierte Details wie die Hallfahne auf der Schlagzeugspur sehr fein aufgelöst.

 

Aufnahmetechnisch kritischer ist Billy Cobhams Spectrum. Nicht weil es schlecht klänge, das tut es nicht, sondern weil die Aufnahme hohe Anforderungen an Dynamik und Timing stellt. Der Copland klang bei Quadrant und Finding the Right Door phänomenal offen, zugleich aber schlanker und mit einer leicht pfeffrigen Note. Nicht unangenehm, aber sie verlieh seinem Vortrag etwas mehr Kante. Der Perraux hingegen schaffte den Spagat zwischen einer wirklich knüppelharten Wiedergabe perkussiver Impulse einerseits und einem lockeren, natürlichen Klangbild andererseits, was Lust machte, mit ihm weiterzuhören.

 

Ein ähnliches Bild ergab sich beim frickeligen Mating Drive von Lenny Whites Album Vesuvian Summer. Spielte der Copland detailverliebt und groß angelegt, aber im direkten Vergleich auch latent rau, wirkte der Perreaux wieder kräftiger und etwas wärmer, dafür verhaltener im Hochton. Was ich allerdings an ihm wirklich mag, und der Copland kriegt das nicht ganz so gut hin, ist die Körperlichkeit, mit der er Instrumente in den Hörraum beamt.

 

Auch Golden Earrings Contraband stand noch im Plattenstapel, ich legte Sueleen auf, das ich schon beim Test des Fosi X5 benutzt hatte. Das Stück beginnt mit einem Moll-Akkord, der wie eine Gewitterwolke über dem Song schwebt, darunter spielt Schlagzeuger Cesar Zuiderwijk einen auf den ersten Blick recht straighten 4/4 Beat. Der Perreaux porträtiert besonders die Snare so lebensecht, dass man sich fühlt wie im Aufnahmestudio. Sein Klang ist detailliert, aber niemals hart oder scharf. Die Details liefert auch der Copland, er klang im direkten Vergleich durch den silbrigen Hof um seinen Hochton vielleicht sogar noch einen Ticken transparenter, aber auch minimal laut, ich wollte beinahe die Lautstärke ein bisschen drosseln.

 

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Aber normalerweise höre ich Geräte nicht im direkten Vergleich, denn ich weiß nach einer Weile des ständigen Wechsels häufig nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Man kommt besser ans Ziel, wenn man sich einfach auf ein Gerät konzentriert. Wie fühlt man sich? Legt man Platte um Platte auf oder wird man müde? Klingt es leise und laut gleichermaßen gut? Packt einen die Musik? Das sind die Fragen, die mich wirklich interessieren.

 

Also durfte der Perreaux auch solo ran und musste auch nicht mehr auf dem Copland stehen, sondern auf einer von der Audiopolizei abgenickten Creaktiv-Plattform. Vom Sound mal abgesehen: ich muss konzedieren, dass dieses Arrangement optisch mehr überzeugt.

 

Auch beim Perreaux, wie überhaupt bei allen Geräten, finde ich, dass er klingt, wie er aussieht. Kräftig und smooth, dezent und ein bisschen elegant, aber vor allem mit einer schnörkellosen Haltung. Izabella auf dem posthum veröffentlichten Songs for Groovy Children von Jimi Hendrix knallte dann auch entsprechend gnadenlos und dennoch unangestrengt aus den Belladonnen. Ich will hier keinen Glaubenskrieg unter Hendrix-Jüngern vom Zaun brechen, aber persönlich ziehe ich die Band of Gypsys der Experience vor. Sie waren eine echte Groove-Maschine, die ein Momentum wie ein Güterzug entwickeln konnte. Kamen Buddy Miles und Billy Cox erstmal ins Rollen, waren sie nicht mehr zu stoppen. Miles war dabei quasi ein Metronom mit Grease, auf seiner Snare konntest du ein Haus bauen und Billy Cox der ideale Partner – immer tight, keine Egotrips. Bei so einer Aufnahme zahlt sich die Fähigkeit des éloquence 150i aus, diesen Killer-Beat durch Zeit und Raum direkt ins Hörzimmer zu hieven. Man bekommt tatsächlich auch bei dieser fast sechzig Jahre alten Platte ein Gefühl dafür, wie damals, am letzten Tag des Jahres 1969, der Vibe im Fillmore East war. Und das Schöne: die Platte klingt direkt, packend und roh, aber nicht eine Sekunde lang anstrengend. Großartig!

 

Wie sieht es aus, wenn es ein bisschen gemäßigter zur Sache geht? Vor ein paar Jahren hat VMP eine schöne Ausgabe von Freddy Roachs Brown Sugar (Blue Note) herausgebracht. Seite 2 schließt mit der exquisiten Ballade All Night Long und das ist auch der Begriff, der sich bei der Beschreibung des Klangs aufdrängt. Das Tenorsaxophon von Joe Henderson dringt aus den Speakern so süß und sinnlich wie warmer Honig, Gitarrist Eddie Wright und Drummer Clarence Johnston legen ein blütenweiches Rhythmus-Deckchen aus, die Hammond von Roach wimmert dezent. Bei den Soli hört man jedes Anblasen, jeden Lufthauch durch das Saxophon, jedes Flirren, jedes Pulsieren der Hammond – der Begriff exquisit wird diesem Erlebnis kaum gerecht.

 

Aber Jazz auf Blue Note klingt meistens gut. Das kann man von den Platten der Brit-Rocker Suede nicht immer behaupten. Auch Sci-Fi Lullabies Vol.2, ihre Kompilation von „B-sides & bonus tracks from 1997 to 2023“ dürfte kaum in den Verdacht der Audiophilie geraten. Aber muss sie auch nicht, eine Hi-Fi-Anlage hat gefälligst selbst dann Spaß zu machen, wenn nicht van Gelder an den Reglern saß. The Sadness in You, the Sadness in Me ist nicht schlecht aufgenommen, aber auch kein Schmankerl. Die Drums klingen etwas matt und manche Sibilanten überbetont, aber verstärkt vom éloquence macht das gar nichts. Der Vortrag ist so locker, so unangestrengt detailreich, dass man einfach in die Aufnahme reinhört und die Schwächen gar nicht mitbekommt.

 

Fazit: Ich mochte den Perreaux éloquence 150i im Jahr 2015 und ich mag ihn noch immer. Sein sanfter, aber fester Zugriff, seine Detailfreude und seine lockere Dynamik, sein runder und sahniger Klang sind zeitlose Qualitäten. Sein Klang tut gut wie eine heiße Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt. Der Verstärker für Tinnitus-Patienten.

 

*Alle Insassen aus der geschlossenen Audio-Anstalt dürften das kennen: man vergleicht Geräte, weil man es kann – schlicht weil sie nun einmal da sind und weil man unbedingt wissen muss, ob und wie sich sich klanglich unterscheiden, und wenn ja, ob man eins davon besser findet. Da man die betreffenden Geräte, in meinem Fall zumindest, längst gekauft hat, ist der Vergleich hinfällig. Ich führe ihn dennoch regelmäßig durch.

 

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